Ford / Mazda Emulator-Lösungen
Ford setzt auf das PATS (Passive Anti-Theft System) zur Startfreigabe. Drei Generationen mit unterschiedlichen Kommunikationsprotokollen erfordern jeweils spezifische Emulator-Lösungen. Zusätzlich nutzen einige Ford-Plattformen ein elektronisches Lenkradschloss (ESCL), das separat emuliert werden muss.
PATS – Passive Anti-Theft System
Das PATS-System wurde ab Mitte der 1990er Jahre in nahezu allen Ford-Modellen verbaut. Der Schlüsseltransponder kommuniziert über die Instrumententafel mit dem PCM (Powertrain Control Module). Drei Generationen sind relevant – insgesamt stehen 10 verschiedene Emulator-Lösungen für die unterschiedlichen Plattformen und Protokollvarianten zur Verfügung.
PATS I – Fester Transponder (bis ca. 2000)
Protokoll: K-Line (ISO 9141-2) zwischen Instrumententafel und PCM.
Transponder: Fester Code, keine Rolling-Code-Kryptographie.
Betroffen: Fiesta (bis MK5), Ka (MK1), Escort, ältere Transit-Modelle.
Emulation: Der Emulator übernimmt die Transponder-Validierung gegenüber dem PCM. Vergleichsweise unkompliziert durch festen Code.
Verfügbare Lösungen: 4C-Transponder-Emulator (älteste Generation) und 4D-Transponder-Emulator (Rolling-Code-Variante). Konfiguration über Spezial-Software – kein Plug-and-Play.
PATS II – Rolling Code (ca. 2000–2006)
Protokoll: K-Line mit Challenge-Response und Rolling Code.
Plattform: C1-Plattform (Fiesta MK6, Fusion, Ka MK2).
Betroffen: Focus MK1/MK2, Mondeo MK3, Transit (V184/V347), Ranger.
ECU-Typen: Ford EEC-V, Visteon, diverse PCM-Varianten.
Emulation: Der Emulator muss den Rolling Code korrekt berechnen. Die K-Line-Kommunikation erfordert exaktes Timing zwischen Instrumententafel-Emulation und PCM-Response.
PATS III – CAN-basiert (ab ca. 2006)
Protokoll: CAN-Bus 500 kBit/s (EUCD-Plattform) sowie Ford MS-CAN 125 kBit/s.
Plattform: EUCD (Mondeo MK4, S-MAX, Galaxy) und Global-Plattform (Focus MK3/MK4, Kuga, Transit Custom).
Betroffen: Focus MK3/MK4, Mondeo MK4/MK5, Transit Custom, Kuga, Ranger (ab 2012).
Besonderheit: Der Ford MS-CAN arbeitet mit 125 kBit/s – ein abweichender Bustakt, den der Emulator unterstützen muss.
Emulation: CAN-Bus-Emulation mit korrekt getimten Nachrichten. Bei EUCD-Fahrzeugen zusätzliche Gateway-Kommunikation über den 500-kBit/s-Bus.
Verfügbare Lösungen: Plattformspezifische Emulatoren für EUCD (Galaxy/Mondeo/S-MAX 2007–2016, CAN 500 kBit/s mit ABS-ID-Unterstützung), Bx-Plattform (Fiesta/Ka ab 2008), Cx-Plattform (Focus/C-MAX/Kuga) und Transit (Custom/Connect). Konfiguration über Spezial-Software.
Benötigte Daten: PCM-Teilenummer und Softwareversion. EEPROM-Dump des Motorsteuergeräts. CAN-Bus-Anbindung erforderlich.
ESCL – Electronic Steering Column Lock
Einige Ford-Plattformen nutzen ein elektronisches Lenkradschloss, das die Lenksäule bei abgezogenem Schlüssel mechanisch verriegelt. Bei Defekt des ESCL-Moduls blockiert das Fahrzeug den Start. 4 Emulator-Varianten stehen für die unterschiedlichen Plattformen zur Verfügung.
C1-Plattform (Fiesta, Fusion, Ka)
Protokoll: K-Line Kommunikation zwischen ESCL-Modul und Steuergerät.
Symptom: Lenkrad blockiert, kein Startvorgang möglich trotz korrektem Schlüssel.
Emulation: K-Line-Emulation des ESCL-Moduls. Der Emulator signalisiert dem System eine korrekte Entriegelung.
EUCD-Plattform (Mondeo, S-MAX, Galaxy)
Protokoll: CAN 500 kBit/s Kommunikation zwischen ESCL-Modul und BCM.
Betroffen: Galaxy, Mondeo MK4, S-MAX, Baujahr 2007–2016.
Symptom: Fehlermeldung im Kombiinstrument, Lenkung gesperrt nach Zündung aus.
Emulation: CAN-basierte ESCL-Emulation mit ABS-ID-Unterstützung. Plug-and-Play-Installation möglich – der Emulator wird direkt am ESCL-Stecker angeschlossen.
Betroffene Ford-Modelle
Focus (MK1–MK4)
PATS II (MK1/MK2, K-Line) und PATS III (MK3/MK4, CAN). Häufigster Ford in der Werkstatt – ECU-Tausch nach Motorproblemen erfordert IMMO-Synchronisation.
Mondeo (MK3–MK5)
PATS II (MK3, K-Line) und PATS III (MK4/MK5, EUCD-CAN). ESCL-Defekte bei MK4 dokumentiert.
Transit / Transit Custom
Nutzfahrzeug mit hoher Laufleistung – ECU-Defekte und Schlüsselverlust sind häufige Szenarien. PATS II und III je nach Baujahr.
Fiesta / Ka / Fusion
C1-Plattform mit K-Line-PATS und ESCL. Kompakte Modelle mit spezifischen Emulator-Anforderungen.
Ranger
PATS II (vor 2012) und PATS III (ab 2012). Besonders bei Fahrzeugen mit hoher Geländebelastung relevant.
Hinweise und Einschränkungen
Ford PATS III auf der Global-Plattform (ab ca. 2014) verwendet eine erweiterte Kryptographie, die nicht bei allen Steuergeräte-Varianten emuliert werden kann. Wir prüfen vorab die Kompatibilität anhand der PCM-Teilenummer und Softwareversion.
Bei Mazda-Modellen auf Ford-Plattform (Mazda 2/Fiesta, Mazda 3/Focus, BT-50/Ranger) gelten die gleichen PATS-Generationen. Die Emulator-Lösungen sind identisch.
Ablauf der PATS-Emulator-Integration
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Fahrzeug und System identifizieren
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Diagnose und Fehlerspeicher auslesen
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Emulator auswählen und integrieren
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Anlernung und Synchronisation
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Funktionstest und Dokumentation
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