Launch Control & Schaltzeiten-Optimierung
Reproduzierbare Starts und direkte Gangwechsel entscheiden auf der Strecke über Zehntelsekunden. Mit dem Herstellersystem ODIS aktivieren und konfigurieren wir Launch Control und stimmen die Schaltcharakteristik von Doppelkupplungsgetrieben (DSG/TCU) ab – immer innerhalb der mechanischen Belastungsgrenzen und vollständig dokumentiert.
Was wir am Getriebe- und Motorsteuergerät abstimmen
Launch Control und Schaltzeiten sind keine einzelne Einstellung, sondern ein Zusammenspiel mehrerer Parameter im Getriebesteuergerät (TCU) und im Motorsteuergerät. Die folgenden Bereiche prüfen und konfigurieren wir je nach Fahrzeug und Zielsetzung.
Launch Control – kontrollierter Start aus dem Stand
Launch Control ist eine Funktion des Getriebe- und Motorsteuergeräts, die beim Beschleunigen aus dem Stand eine definierte Startdrehzahl hält und den Schlupf am Antriebsstrang regelt. Auf der Strecke entscheidet ein reproduzierbarer Start über Zehntelsekunden. Bei vielen Fahrzeugen der VW-Gruppe ist die Funktion in der Software hinterlegt, aber nicht aktiviert oder an einen bestimmten Fahrmodus gebunden.
Startdrehzahl und Kupplungs-Anlegepunkt
Die Startdrehzahl bestimmt, mit welcher Motordrehzahl das Fahrzeug aus dem Stand losfährt. Zu niedrig bedeutet Drehmomentmangel, zu hoch bedeutet übermäßigen Schlupf an der Kupplung. Der Anlegepunkt der Doppelkupplung muss zu dieser Drehzahl passen, damit das Drehmoment kontrolliert übertragen wird.
Schaltzeiten und Schaltcharakteristik (DSG/DCT)
Die Schaltzeit eines Doppelkupplungsgetriebes hängt von der Überschneidung der beiden Kupplungen, dem Drehmomentaufbau und der gewählten Schaltkennlinie ab. Im Sport- oder Renn-Modus wird die Überschneidung straffer abgestimmt, der Gangwechsel erfolgt direkter und mit kürzerer Zugkraftunterbrechung.
Drehmomentbegrenzung und Getriebeschutz
Jedes Getriebesteuergerät enthält Drehmomentbegrenzungen, die das Getriebe vor Überlast schützen. Nach einer Leistungssteigerung kann diese Begrenzung das tatsächliche Motormoment einbremsen. Für den Streckeneinsatz muss die Begrenzung zur realen Belastbarkeit des verbauten Getriebes passen.
Schaltwippen und manuelle Gangwahl
Im manuellen Modus soll das Getriebe den gewählten Gang halten und nicht selbstständig hoch- oder zurückschalten. Werksseitig schalten viele Fahrzeuge im manuellen Modus am Drehzahlbegrenzer trotzdem automatisch hoch oder fallen beim Bremsen zurück.
Getriebetemperatur und Kühlstrategie
Launch-Starts und schnelle Schaltvorgänge belasten Kupplungen und Getriebeöl thermisch stark. Steigt die Getriebetemperatur über eine Schwelle, reduziert das TCU die Leistung oder sperrt Launch Control komplett. Eine angepasste Kühl- und Schwellenstrategie hält das Getriebe länger im Arbeitsfenster.
Ablauf einer Getriebe-Abstimmung
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Fahrzeug und Getriebe erfassen
Fahrzeug, Getriebetyp (DSG-Code, z.B. DQ250/DQ381/DQ500) und bisherige Umbauten beschreiben. Welches Startverhalten und welche Schaltcharakteristik werden für den Streckeneinsatz gewünscht?
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Machbarkeits-Analyse
Wir prüfen mit ODIS den Codierungsstand des Getriebe- und Motorsteuergeräts und bewerten, was innerhalb der mechanischen Grenzen umsetzbar ist. Anschließend erstellen wir einen Kostenvoranschlag.
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Diagnose und IST-Zustand
Alle relevanten Steuergeräte auslesen, Adaptionswerte und bestehende Fehlercodes dokumentieren. Kupplungs-Adaption und Getriebezustand bewerten.
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Parametrierung
Launch-Control-Freigabe, Startdrehzahl, Schaltkennlinien und Schutzgrenzen anpassen. Die Originaldaten werden vorher gesichert.
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Test und Dokumentation
Funktionstest, Fehlerspeicher-Kontrolle, schriftliche Dokumentation aller Änderungen. Alle Anpassungen sind reversibel.
Häufige Fragen
- Launch Control regelt beim Start eine definierte Drehzahl, den Anlegepunkt der Doppelkupplung und den Schlupf am Antriebsstrang elektronisch. Dadurch wird der Start reproduzierbar und das Material kontrolliert belastet, statt ungeregelt durchzudrehen. Wir aktivieren und konfigurieren die Funktion ausschließlich für den Einsatz auf abgesperrten Strecken über das Herstellersystem ODIS.
- Ja. Bei Doppelkupplungsgetrieben sind die Schaltkennlinien, die Kupplungsüberschneidung und die Drehmomentführung je Fahrprogramm im Getriebesteuergerät hinterlegt. Über ODIS passen wir diese Parameter an, immer innerhalb der mechanischen Belastungsgrenzen des verbauten Getriebes. Straffere Schaltzeiten erhöhen den Verschleiß – das besprechen wir vorab transparent.
- Jede Anhebung von Schaltzeiten, Startdrehzahl oder Drehmomentgrenzen erhöht die thermische und mechanische Belastung. Wir stimmen die Parameter auf den tatsächlich verbauten Getriebetyp und die vorhandene Kühlung ab und heben Schutzgrenzen nicht ohne Substanz an. Ziel ist eine belastbare, dokumentierte Abstimmung statt Maximalwerten ohne Reserve.
- Nein. Die Aktivierung von Launch Control sowie angepasste Schaltzeiten und Schutzgrenzen sind ausschließlich für den Einsatz auf abgesperrten Rennstrecken bestimmt. Im öffentlichen Straßenverkehr müssen Fahrzeuge dem Zulassungszustand nach StVZO entsprechen. Wir dokumentieren jede Änderung und können sie vollständig auf den Originalzustand zurücksetzen.
Ausschließlich für den Streckeneinsatz
Die Aktivierung von Launch Control sowie angepasste Schaltzeiten, Startdrehzahlen und Schutzgrenzen sind ausschließlich für den Einsatz auf abgesperrten Rennstrecken und Veranstaltungsgeländen bestimmt. Im öffentlichen Straßenverkehr müssen Fahrzeuge dem Zulassungszustand nach StVZO entsprechen. Alle Änderungen werden dokumentiert und sind vollständig reversibel.
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